Datum Vortragende(r)/Thema
10.11.2011 Jörg Friedrich: Watson goes Cloud - Was, wenn die Cloud unser Handeln bestimmt?
Abstract:

Die Cloud-Technologie löst nicht nur Probleme, die wir heute haben, sie eröffnet wie jede Technologie auch überraschende Möglichkeiten, die wir zuvor kaum ahnen können, schafft also Lösungen für Probleme, die wir noch gar nicht haben. Solche Möglichkeiten entstehen, da gleichzeitig die Computertechnologie beginnt, den Menschen auf seiner ureigensten Domäne, dem kreativen Problemlösen, zu bezwingen (Stichwort Watson). Wenn solche Lösungen als Software as a Service in der Cloud bereitgestellt werden könnten sie uns nicht nur Informationen bereitstellen, sie könnten uns Handlungsempfehlungen geben, dank der gleichzeitigen Mobilisierung des Internet an nahezu jedem Ort und in jeder Situation. Die Frage ist dann, welche Autorität solche Services erhalten, ob ihre Anweisungen genauso selbstverständlich als richtig akzeptiert werden wie heute die Informationen, die Google und Wikipedia erzeugen. Das Problem ist, dass solche Services anderen Rationalitäts-Maßstäben gehorchen, menschliche Intuition und geheime Vorlieben kommen in ihnen nicht vor. Wenn in einer wissenschaftlich-technisch geprägten Welt die mathematisch-logische Rationalität der Intuition gegenüber bevorzugt wird besteht die Gefahr, dass wir uns von solchen Services bevormunden lassen. Die kritische Begleitung dieser Entwicklung setzt bei den Begriffen Erfahrung und Vertrauen an – denn Erfahrungen können nur Menschen selbst machen, und vertrauen können wir nicht der Technik, sondern Menschen, die Technik entwerfen und betreiben.


Zur Person:

Der Diplom-Meteorologe Jörg Friedrich studierte Meteorologie und Physik und beschäftigte sich in seiner Diplomarbeit zum ersten Mal mit dem Thema "Cloud", nämlich mit der Simulation von Wolkenbidungsprozessen mit Zellulären Automaten.

Seit 1994 ist er Software-Unternehmer und berät Großunternehmen bei Sourcing-Projekten. Im Frühsommer 2009 schloss er ein Philosophie-Studium mit einer Masterarbeit über die Existenz theoretischer Entitäten in den Wissenschaften als Master of Arts ab. Heute arbeitet er vor allem an technik-philosophischen Fragen.


25.08.2011 Sylvia Krause: Project Success Factors
Abstract:

Erfolgsfaktoren in Projekten und im Projektmangement sind seit Jahren vieldiskutiert. Häufige Erwähnung findet dabei der sogenannte Chaos Report, die wahrscheinlich bekannteste Veröffentlichung zum Thema. Er wurde erstmalig 1994 durch die Standish Group erstellt. Eingang gefunden in diese Studie haben innerhalb von 10 Jahren mehr als 40,000 Projekte, die auf Erfolgs- bzw. Misserfolgsfaktoren hin untersucht wurden.

So aufschlussreich diese Ergebnisse sind, geben sie doch keine Hinweise darauf, wie diese Faktoren in das tägliche Management von Projekten in einer komplexen multinationalen Firma wie Microsoft einfließen können. Der Vortrag setzt an dieser Stelle an und präsentiert Lessons Learned aus Softwareprojekten von Microsoft Services weltweit.

Sämtliche Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren, die in diesem Vortrag vorgestellt werden, wurden in einer Studie erhoben, die im März 2008 durch Sylvia Krause, Senior Projektleiter bei Microsoft, begonnen wurde. Bis zum heutigen Tag hat Frau Krause annähernd 100 Interviews mit Microsoft- internen Projektleitern weltweit durchgeführt.


Zur Person:

Sylvia Krause ist seit über 15 Jahren als Projektleiterin in IT- und Softwareprojekten tätig. Seit 2007 ist sie bei Microsoft beschäftigt, aktuell als Senior Projektleiterin für die Microsoft Deutschland GmbH. Ihre weiteren beruflichen Stationen umfassten Projektleitung und Interims Management bei den international tätigen Beratungen Accenture sowie Steria Mummert Consulting. In dieser Rolle war sie deutschlandweit sowie auch international für Kunden aus dem Banken-, Versicherungs- und Automotive-Bereich tätig. Frau Krause ist aktuell in Essen zuhause.


29.06.2011 Holger Sirtl: Cloud Computing – vom Hype zur Realität im Softwarebetrieb

Abstract:

Cloud-Computing hat sich innerhalb kurzer Zeit von einem reinen Hype-Thema zu einer ernsthaften Alternative für den Softwarebetrieb entwickelt, bietet es doch gegenüber klassischem Betrieb einige entscheidende Vorteile (z.B. hohe Skalierbarkeit, nutzungsabhängige Kosten, schnelle Verfügbarkeit). Der Vortrag beantwortet die Frage, welche Rolle Cloud-Computing in Microsofts Technologieplattform heute und in Zukunft spielt, und zeigt auf, welche Aspekte beim Aufbau Cloud-basierter Anwendungssysteme zu beachten sind, um Herausforderungen der Cloud (z.B. Interoperabilität, Sicherheit, Compliance) zu adressieren und maximal von den Vorteilen der Cloud zu profitieren.


Zur Person:

Holger Sirtl ist seit 2006 als Architekturberater bei Microsoft in München tätig und berät in dieser Rolle Unternehmen im Aufbau .NET-basierter Anwendungsarchitekturen. Schwerpunktthemen seiner Arbeit sind Cloud-Computing mit der Windows Azure Platform, Office Business Applications (OBA) sowie Microsofts „Software plus Services“-Strategie. Vor seinem Einstieg bei Microsoft arbeitete Holger Sirtl sechs Jahre lang als Technologieberater für eine international führende Unternehmensberatung sowie zwei Jahre lang als Senior-IT-Projektmanager für einen großen deutschen Energieversorger.